Frau sitzend auf Toilette mit Klopapoer in der Hand

Wissenswertes

Rezeptfreie Abführmittel: Welche Möglichkeiten es gibt

Ein Überblick über die verschiedenen Optionen

Rezeptfreie Abführmittel bei Verstopfungen

Rezeptfreie Abführmittel gibt es in verschiedenen Wirkstoffklassen, die sich in ihrer Wirkweise und der Darreichungsform unterscheiden. Dazu zählen unter anderem Quellstoffe, osmotisch wirkende und stimulierende Abführmittel. Die Auswahl richtet sich nach der Art der Beschwerden sowie den jeweiligen Anwendungsbedingungen. Apotheker:innen und Ärzt:innen können dabei unterstützen, ein geeignetes Präparat auszuwählen.

Flohsamenschalen aufgequollen in einem Glas

Was bedeutet rezeptfrei bei Abführmitteln?

Rezeptfreie Abführmittel sind ohne ärztliche Verschreibung in der Apotheke erhältlich. Tritt eine Verstopfung akut auf, können rezeptfreie Abführmittel eine Möglichkeit sein, die Beschwerden zu behandeln. Das kann beispielsweise nach einer Ernährungsumstellung oder auf Reisen der Fall sein.

Für die kurzfristige Anwendung stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, darunter Macrogol 4000. Ein Beispiel ist Onligol Macrogol 4000, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist. Halten die Beschwerden länger an oder sind sie wiederkehrend, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Auch bei bestehenden Erkrankungen oder der zeitgleichen Einnahme anderer Medikamente empfiehlt sich eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung.1,2,3

 

Welche rezeptfreien Abführmittel gibt es?

Rezeptfreie Abführmittel werden je nach Wirkmechanismus in verschiedene Gruppen wie zum Beispiel Quellstoffe eingeteilt. Zu diesen zählen unter anderem Flohsamenschalen. Sie nehmen Wasser auf, und vergrößern dadurch das Stuhlvolumen, weshalb sie immer mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden sollten. Osmotische Abführmittel wie Macrogol oder Lactulose binden Wasser und erhöhen so den Wassergehalt des Stuhls, wodurch die Darmentleerung erleichtert wird.

Stimulierende Abführmittel mit Wirkstoffen wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat regen die Darmbewegung an und sind für eine kurzfristige Anwendung vorgesehen. Daneben stehen Zäpfchen und Klistiere zur Verfügung, die lokal im Enddarm wirken. Ein Klistier ist eine kleine Menge Flüssigkeit, die über den Enddarm eingebracht wird, um den Stuhl aufzuweichen und die Darmentleerung anzuregen.

Für die Auswahl eines geeigneten Präparats sollten die Angaben in der Gebrauchsinformation sowie gegebenenfalls die Empfehlung von Arzt oder Ärztin berücksichtigt werden.1,2

 

Für wen sind rezeptfreie Abführmittel geeignet?

Verstopfung tritt häufig vorübergehend auf, beispielsweise durch Veränderungen der Ernährung oder des Lebensstils, welche die Darmtätigkeit beeinflussen können. Auch Bewegungsmangel oder bestimmte Medikamente, beispielsweise opioidhaltige Schmerzmittel oder Eisenpräparate, können die Darmfunktion verlangsamen. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder.

Stehen die Beschwerden lediglich im Zusammenhang mit einer akuten Verstopfung, können rezeptfreie Abführmittel eine Option sein. Quellstoffe wie Flohsamenschalen eignen sich beispielsweise vor allem bei einer ballaststoffarmen Ernährung. Besteht die Gefahr eines Darmverschlusses oder wird nicht ausreichend getrunken, sollten sie dagegen nicht angewendet werden, da sie ihr Volumen im Darm vergrößern. Osmotische Wirkstoffe wie Macrogol erhöhen den Wassergehalt des Stuhls und kommen häufig bei akuter oder chronischer Verstopfung zum Einsatz. Stimulierende Abführmittel regen die Darmbewegung an und werden in der Regel nur kurzfristig angewendet, wenn eine rasche Darmentleerung erforderlich ist. Auch sollten weitere Erkrankungen sowie potenzielle Wechselwirkungen mit zeitgleich eingenommenen Medikamenten bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Bleibt die Verstopfung über mehrere Wochen bestehen oder tritt sie wiederholt auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. So lassen sich mögliche zugrundeliegende Erkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Störungen der Darmfunktion erkennen bzw. ausschließen. Die weitere Behandlung richtet sich anschließend nach dem Auslöser der Beschwerden und nicht allein nach der Häufigkeit des Stuhlgangs.1,2

 

Was ist bei Auswahl und Anwendung wichtig?

Vor der Anwendung eines Medizinprodukts oder Medikaments empfiehlt sich ein Blick in den Beipackzettel. Dort finden sich Angaben zur Dosierung, zur Anwendungsdauer und zu möglichen Kontraindikationen oder Wechselwirkungen. Abführmittel sollten entsprechend diesen Angaben eingenommen werden.

Bleibt eine Verstopfung bestehen oder kehrt sie immer wieder zurück, sollte nach der Ursache gesucht werden. Ernährung, körperliche Aktivität und das Stuhlverhalten können die Darmfunktion beeinflussen. Leitlinien empfehlen deshalb, zunächst allgemeine Maßnahmen wie eine ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung zu berücksichtigen. Weitere Informationen über eine passende Ernährung gegen Verstopfungen findest Du hier. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können rezeptfreie Abführmittel wie in Onligol Macrogol 4000 zum Einsatz kommen.3,4

 

Wann sollte man trotz rezeptfreier Mittel ärztlichen Rat einholen?

Rezeptfreie Abführmittel können bei einer vorübergehenden Verstopfung Abhilfe leisten, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung. Halten die Beschwerden über längere Zeit an, verändern sich die Stuhlgewohnheiten plötzlich oder treten zusätzlich starke Bauchschmerzen, Blut im Stuhl oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust auf, sollte die Ursache ärztlich untersucht werden. Das gilt auch, wenn die Beschwerden trotz geeigneter Maßnahmen bestehen bleiben oder regelmäßig wiederkehren.

Blut im Stuhl, unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder ausgeprägte Verdauungsbeschwerden gehören zu den Warnzeichen, die umgehend medizinisch abgeklärt werden sollten. Auch bestehende Vorerkrankungen oder Medikamente, die die Darmfunktion beeinflussen können, sollten bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Ziel der Diagnostik ist es, mögliche organische Ursachen auszuschließen und die Behandlung an der zugrunde liegenden Ursache auszurichten 3,4

 

Fazit: Rezeptfreie Abführmittel bewusst einsetzen

Rezeptfreie Abführmittel stehen in verschiedenen Wirkstoffklassen und Darreichungsformen zur Verfügung. Quellstoffe, osmotische und stimulierende Abführmittel unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und ihrem Anwendungsbereich. Vor der Anwendung empfiehlt sich ein Blick in die Gebrauchsinformation, da sie unter anderem Hinweise zur Dosierung und Anwendung enthält.

Bleibt eine Verstopfung über längere Zeit bestehen oder tritt sie wiederholt auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Für eine vorübergehende Verstopfung sind verschiedene rezeptfreie Behandlungsmöglichkeiten erhältlich. Hierzu zählen auch macrogolhaltige Präparate wie Onligol, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind und als eine mögliche Option zur Unterstützung der Darmentleerung eingesetzt werden können.

 

1 Chang, L., et al. (2023). American Gastroenterological Association-American College of Gastroenterology Clinical Practice Guideline: Pharmacological Management of Chronic Idiopathic Constipation. Gastroenterology, 164(7), 1086-1106.

2 Corestti, M., et al. (2021). Chronic constipation in adults: Contemporary perspectives and clinical challenges. 2: Conservative, behavioural, medical and surgical treatment. Neurogastroenterology & Motility, 33(7). 

3 Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). (2022). S2k-Leitlinie Chronische Obstipation. AWMF-Register-Nr. 021-019.

4 Lindberg, G., et al. (2011). World Gastroenterology Organisation global guideline: Constipation—A global perspective. Journal of Clinical Gastroenterology, 45(6), 483–487.

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Häufige Fragen zu Rezeptfreien Abführmittel

Rezeptfreie Abführmittel werden in verschiedene Wirkstoffgruppen eingeteilt. Dazu gehören Quellstoffe, osmotische und stimulierende Abführmittel. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und ihrem Anwendungsbereich. Vor der Anwendung sollten die Hinweise in der Gebrauchsinformation beachtet werden.

Zur Behandlung einer Verstopfung stehen rezeptfrei unter anderem Macrogol, Lactulose, Bisacodyl und pflanzliche Präparate zur Verfügung. Die Wirkstoffe unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und sind für unterschiedliche Beschwerden geeignet. Bleibt die Verstopfung bestehen oder tritt sie wiederholt auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Rezeptfreie Abführmittel sind als Pulver, Sirup, Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Klistiere erhältlich. Die Wahl der Darreichungsform richtet sich unter anderem danach, wie das Präparat angewendet werden soll. Hinweise dazu enthält die jeweilige Gebrauchsinformation.

Zu den pflanzlichen Abführmitteln gehören beispielsweise Präparate mit Sennesblättern, die zur kurzfristigen Anwendung vorgesehen sind. Daneben werden Quellstoffe wie Flohsamenschalen eingesetzt. Sie vergrößern das Stuhlvolumen und sollten mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Ohne Rezept erhältlich sind unter anderem Präparate mit Macrogol, Lactulose, Bisacodyl oder pflanzlichen Wirkstoffen. Ergänzend stehen Quellstoffe sowie lokal wirkende Zäpfchen und Klistiere zur Verfügung. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und ihrem Anwendungsbereich.